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Citizen Journalism

Neben der Definition auf Ohmynews.com habe ich im Internet noch eine weitere gefunden, die vier (und nicht nur drei) verschiedene Gruppen von Citizen Journalists unterscheidet:

the citizen journalist who owns a digital camera or a camera phone and sends shootings to a news organisation during a major event (tsunami, London bombing…) or a local car accident
the citizen journalist who wants to cover its local or virtual community and produce targeted content
the citizen journalist who is a militant and campaigns for political reasons. How Eason Jordan was fired from CNN by infuriated bloggers in January 2005, was a good example of biased citizen journalism
the citizen journalist who is eager to participate to a « conversation » with professional journalists and bloggers. « News is just the beginning » says Jeff Jarvis and, in some cases, it is true.

Wie man sieht gibt es also verschiedene Abstufungen von „Bürgerjournalisten“. Gerade der ersten Definition ist jedoch eine besondere Bedeutung zuzukommen. Auch wenn sie meines Erachtens nach nicht viel mit dem professionellen Journalismus zu tun hat, so nimmt sie eine immer wichtigere Rolle in unserer Gesellschaft ein. Denn durch die heutigen mobilen Technologien sind es meistens nicht mehr die (professionellen) Journalisten die als erstes ein Foto oder ein Video von einem sensationellen Ereignis machen. Aktualität ist ein wichtiger Faktor des Nachrichtenwerts und meistens sind nun mal nicht Journalisten als Erster vor Ort sondern irgendwelche Passanten. So auch vor ca. zwei Jahren als ein Flugzeug im Hudson River notgelandet ist – auch bekannt als das „Wunder von New York“. Diese Meldung wurde nicht als erstes über das Fernsehen oder das Radio verbreitet sondern über den Kurznachrichtendienst Twitter.
Janis Krums, der zufällig vor Ort des Geschehens war, machte als erster eine Meldung über die Notlandung und stellte auch noch gleich ein Foto vom Spektakel online, welches anschließend weltweit die Runde machte.

Janis Krums hatte das „Glück“ zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Es lässt sich natürlich streiten inwieweit dies mit Journalismus zu tun. Auch wenn dieser Twitter-Beitrag nichts mit klassischen Journalismus zu tun hat, so wäre aber ohne Krums die Meldung des Flugzeugabsturzes nie so schnell verbreitet worden.

Sources:
http://www.editorsweblog.org/analysis/2005/12/from_citizen_journalism_myth_to_citizen.php
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,601588,00.html

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Netzpolitik.org

Netzpolitik.org bezeichnet sich selbst als „ein Blog und eine politische Plattform für Freiheit und Offenheit im digitalen Zeitalter. Thema sind die wichtigen Fragestellungen der digitalen Welt und wir zeigen Wege auf, wie man sich selbst mit Hilfes des Netzes für digitale Freiheiten engagieren kann.“ (netzpolitik.org). Im Blog-Ranking (Politik) auf wikio liegt der Blog auf Platz 1 und über die Jahre hinweg wurde er auch mehrfach ausgezeichnet; u.a. mit dem Freedom Blog Award (in der Kategorie „Bestes Weblog für Meinungsfreiheit“) von Reporter ohne Grenzen.

Netzpolitik.org nimmt nicht nur auf wikio Platz eins ein, sondern dominiert auch laut einem Bericht Dnews die politische Blogosphäre. Welchen Stellenwert der Blog in der Welt des traditionellen Printjournalismus hat zeigt sich auch darin, dass Netzpolitik.org als eine der ersten deutschen Blogs von Presseagenturen zitiert wurde. Doch der Blog erhält auch viel Zustimmung bzw. Unterstützung durch seine Leser. So erklärten sich z.B. Leser dazu bereit, im Falle eines Rechtsstreits für Beckedahl’s Anwaltshonorar zu spenden.

Was macht Netzpolitik.org so beliebt? Neben investigativen Journalismus schafft es Markus Beckedahl auch mit locker satirischen Aktionen zu unterhalten; wie z.B. einen Remix-Wettbewerb von Wahlplakaten.

Politplatschquatsch.com

Ein weiterer Blog – der mir v.a. durch seinen Untertitel „Wir sprechen verschiedene Sprachen. Meinen aber etwas völlig anderes.“ aufgefallen ist – war politplatschquatsch.com. Im Politik-Ranking auf wikio nimmt der Blog Platz 19 ein und ist seit 6. April 2009 online.
Die meisten Beiträge behandeln Themen wie Ausland (23%), Politik (21%), Deutschland (19%) und Kultur (12%) (siehe Grafik)

Die Beiträge sind leicht zu lesen und meistens auch sehr unterhaltsam. Neben politischen Beiträgen bekommt auch gelegentlich die „Konkurrenz“ ihr Fett weg, wie z.B. in einem Artikel über den Spiegel.

Sources:
http://www.wikio.de/blogs/top/politik

http://www.wikio.de/sources/www.politplatschquatsch.com-L7cM
http://www.netzpolitik.org
http://www.politplatschquatsch.com
http://www.dnews.de/nachrichten/metamedia/96322/wenn-netzpolitikorg-die-muskeln-spielen-lasst.html

CivilMedia 2011

Mit Teilnehmern aus über 25 verschiedenen Ländern und einem vielseitigen Programm war auch dieses Jahr die CivilMedia ein voller Erfolg. Unter dem Leitfaden „Community Media For Social Change: Low Threshold High Impact“ wurde wie immer darauf geachtet möglichst viele verschiedene Themen abzudecken. Schon am ersten Tag der CivilMedia 2011 gab es ein abwechslungsreiches Angebot; z.B. Public Value and Community Media oder Feminist Media Production in Europe. In meinem Blogbeitrag möchte ich nun etwas näher auf das dort vorgestellte Projekt „Feminist Frequency“ eingehen. Dabei handelt es sich um ein Projekt an dem Radiosender aus verschiedenen Ländern teilnehmen – wie z.B. Radio Dreyeckland, Radio Vallekas, Radio Enlace, Radio Desencadena Usera, Radio Orange 94.0 sowie die Austrian Radio Research Group – um sich mit queer-/feministischen Themen zu beschäftigen. Ein halbes Jahr lang haben 15 RadiomacherInnen mit diesem partizipativen Forschungsprojekt über die Geschichte der Frauen- und Lesbenschienen, queer-/feministischer Radioprogramme und Protesten befasst. Eine der Kernfragen war wie anti-sexism, anti-racism und anti-facism miteinander verbunden sind.

Im Room 1 fand später auch noch ein interessanter Beitrag von Irena Cvetkovic über Media Literacy beim freien Radio statt. Media Literacy – also die Möglichkeit des Zugriffs auf Medien – ist in Irland (im Vergleich zu anderen Ländern) im Gesetz verankert. In Irland gibt es rund 20 Community radios und eine Vielzahl an freiwilligen Mitarbeitern die ihren Beitrag für ihre Gemeinschaft leisten wollen. Für Cvetkovic waren vor allem zwei Punkte im Bezug auf Medien wichtig. Erstens das jedem der Zugriff auf Medien (jeglicher Art) ermöglicht wird. Dabei handelt es sich um die Grundvoraussetzung für Media Literacy, jedoch wird diese ausschließlich von den freien Radiosendern ermöglicht. Wie auch in Österreich (z.B. die Radiofabrik in Salzburg) geben diese Community radios Leuten die Möglichkeit „ihre Botschaft“ oder einfach nur ihre Meinung zu verbreiten. Zusätzlich werden diese Leute auch noch für diese Tätigkeit ausgebildet (sei es im Bereich Technik, Medienrecht, usw.). Der zweite wichtige Punkt beinhaltet das nötige Verständnis für die Medien. Erst wenn man die Zeichen und die Konnotation der Medien versteht, kann man damit auch richtig umgehen (passiv wie aktiv).

Weitere Informationen zu den einzelnen Beiträgen der CivilMedia 2011, wie auch Audio-Mitschnitte – kann man unter anderem auf der Homepage der Radiofabrik nachlesen/nachhören.

Präsentation

Confronting the Challenges of Participatory Culture: Media Education for the 21st Century ist eine wissenschaftliche Arbeit von Henry Jenkins über digitale Medien und digitales Lernen. Jenkins unterscheidet vier verschiedene Formen der partizipativen Kultur:

Affiliations: memberships, formal and informal, in online communities centered around various forms of media, such as Friendster, Facebook, message boards, metagaing, games clans, or MySpace.
Expressions: producing new creative forms, such as digital sampling, skinning and modding, fan videomaking, fan fiction writing, zines, mash-ups.
Collaborative Problem-solving: working together in teams, formal and informal, to complete tasks and develop new knowledge (such as through Wikipedai, alternative reality gaming.
Circulations: Shaping the flow of media (such as podcasting, blogging).

In seiner Arbeit will sich Jenkins weniger auf die technischen Aspekte oder den digital divide konzentrieren, sondern mehr auf die Möglichkeiten der Partizipation und der Entwicklung von kulturellen Kompetenzen und sozialen Fähigkeiten im Internet. Diese Fähigkeiten sollten wenn möglich schon in der Schule unterrichtet werden und nicht erst durch eigenes „learning-by-doing“ entwickelt werden. Zu diesen sozialen Fähigkeiten zählen:

Play: the capacity to experiment with one’s surroundings as a form of problem-solving
Perfomance: the ability to adopt alternative identities for the purpose of improvisation and discovery.
Simulation: the ability to interpret and construct dynamic models of real-world
Appropriation: the ability to meaningfully sample and remix media content
Multitasking: the ability to scan one’s environment and shift focus as needed to salient details
Distributed Cognition: the ability to interact meaningfully with tools that expand mental capacities
Collective Intelligence: the ability to pool knowledge and compare notes with others toward a common goal
Judgment: the ability to evaluate the reliability and credibility of different informationen sources
Transmedia Navigation: the ability to follow the flow of stories and information across multiple modalities
Networking: the ability to search for synthesize and disseminate informationen
Negotiation: the ability to travel across diverse communities, discerning and respecting multiple perspectives, and grasping and following alternative norms

Jenkins betont, dass in einer partizipativen Kultur nicht jedes Mitglied unbedingt einen Beitrag leisten muss, aber ausnahmslos jeder muss daran glauben frei zu sein dieses zu tun wann sie wollen und das ihr Beitrag dann auch angemessene „Anerkennung“ bekommt. Er betont immer wieder, dass es wichtig sei die Jugend dazu zu ermutigen an kreativen Prozessen und der kulturellen Partizipation teilzunehmen (Online Communities, Social Network Sites, Blogs, etc.).

Das Vermitteln von Media Literacy wird aber von drei Kernproblemen erschwert:

The Participation Gap: the unequal access to the opportunities, experiences, skills, and knowledge that will prepare youth for full participation in the world of tomorrow.
The Transparency Problem: the challenges young people face in learning to see clearly the ways that media shape perceptions of the world.
The Ethics Challenge: the breakdown of traditional forms of professional training and socialization that might prepare young people for their increasingly public roles as media makers and community participants.

Sources:
http://www.newmedialiteracies.org/files/working/NMLWhitePaper.pdf

Youth, we can!

Youth, we can!

Bevor ich ein paar Beispiele für politische Partizipation im Internet vorstelle, möchte ich kurz auf das Zustande kommen von politischer Mitwirkung und Anteilnahme im Internet eingehen. Nach Jan Schmidt (2009) findet politische Partizipation und Bildung im Social Web auf drei verschiedene Ebenen statt (siehe Grafik).

Auf der Ebene des Identitätsmanagement gibt man Informationen zur eigenen Person; z.B. das Ausfüllen einer Profilseite (Politische Einstellung, …), hochladen von (politischen) Videos, etc. Auf der zweiten Ebene (Beziehungsmanagement) werden bestehende Kontakte gepflegt bzw. neue geknüpft (

Gerade für junge (zum Teil noch nicht wahlberechtigte!) Menschen stellt nun das Social Web eine neue Plattform dar, auf der auch sie sich Gehör verschaffen können. Jugendliche sind oft in einer „schwächeren“ Position, da sie über ihnen – je nach Gesetzgebung – kein Mitbestimmungsrecht. Durch das Internet, insbesondere das Social Web, wird dieser Zielgruppe nun eine alternative Partizipation ermöglicht.

Politische Partizipation im Internet ist keine Seltenheit – deren Umsetzung in der Realität jedoch schon. Für den österreichischen Politikwissenschafter Flooh Perlot ist es daher auch keine echte politische Partizipation, wenn man sich einer Facebook-Gruppe anschließt (siehe Artikel). „Es gibt keine Daten, dass durch das Internet einen Schub zu mehr Interesse an Politik stattfindet.“ Weiters schreibt Perlot, dass im Internet hauptsächlich Leute politisch aktiv sind, die es auch offline sind.

FACEBOOK:
Diese Kluft zwischen Online- und Offline-Aktivisums ist auch im folgenden Beispiel zu erkennen. So setzten sich z.B. 575.000 Leute auf Facebook für den ehemaligen deutschen Politiker Theodor von Guttenberg ein (siehe Facebook Gruppe „Wir wollen Guttenberg zurück„).
Zu diversen Demonstrationen in der realen Welt jedoch kamen wesentlich weniger Menschen.

Sources:
– Jan Schmidt (2009): Das neue Netz. Merkmal, Praktiken und Folgen des Web 2.0
– ORF Futurzone (Flooh Perlot): http://futurezone.at/netzpolitik/2282-facebook-online-proteste-ohne-offline-effekt.php

Culture Jamming

Culture Jamming – oder auch bekannt als „Guerilla Art“ oder „Citizensart“ – ist eine Kunstform, die sich gegen jede Art von Einbahnkommunikation wehrt und sich so gegen herkömmliche Werbung (v.a. von großen Unternehmen) gerichtet versteht.

Als Beispiel wäre hier z.B. die Aktion von adbusters zu nennen, die mit einer Leuchtreklame auf dem Times Sqaure für Aufregung gesorgt haben.

Zu sehen war die Amerikanische Flagge, jedoch wurden die weißen Sterne durch bekannte Logos von Firmen wie z.B. Windows, MacDonalds, Nike, IBM etc. ersetzt. Somit wolle man auf die immer größer werdende Macht dieser Firmen aufmerksam machen.

Sources: John Hartley (2002): Communication, Cultural and Media Studies: the Key Concepts. Routledge. Wikipedia

Cultural Citizenship

Unter Cultural Citizenship versteht man die öffentlich anerkannten Rechte sowie Obligationen im Zusammenhang mit kultureller Identität.
Marshall unterscheidet 3 verschiedene Kategorien von Bürgerrechten (die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben):
– die Civil Rights im 17. und 18.Jh. (v.a. legal rights –> z.B. Bill of Rights, Unabhängigkeitserklärung, Meinungsfreiheit)
– Political Rights im 19.Jh. (dabei handelt es sich um Rechte die durch ein Parlament institutionalisiert werden)
– Social Rights im 20.Jh. (betrifft Bereiche wie Bildung, Gesundheit, etc.)

Mittlerweile spricht man aber immer häufiger von einer vierten Kategorie: Citizenship Rights (Rechte für kulturelle Gruppierungen bzw. Identitäten).

Sources: John Hartley (2002): Communication, Cultural and Media Studies: the Key Concepts. Routledge.

Get on your soapbox

Welcom to the virtual  Speakers‘ Corner. Get on your soapbox and speak out your mind!